16.9
wir verlassen den schönen idyllischen Platz in Arsunda und fahren quer durchs Land Richtung Uppsala.
Da es uns einfach nicht gelingen will den im Campingführer so schön beschriebenen Platz zu finden , müssen wir ob wohl oder übel mit dem WoMo in die Stadt fahren.
Einen Parkplatz im Uppsala zu finden ist wirklich ein Kunststück.
Schon gar weil die Parkplätze schön angezeichnet sind und unser WoMo gleich 2 Plätze einnimmt. Müssen wir 2 Tickets ziehen??
Wir entschliessen uns zu einem Schnelldurchgang.
Den Linnegarten aber lassen wir uns nicht entgehen!
Carl von Linne, geborener Carl Linneus, ist Schwedens berühmester Botaniker. Er hatte Arzt und Naturwissenschaften studiert, ausgedehnte Reisen unternommen und schien ein unermüdlicher Arbeiter gewesen zu sein. Sein Haus ist volle mit seinen Aufzeichnungen Zeichnungen und Sammelgegenständen.
Im Jahr 1757 wurd er geadelt und Präsident der Akademie der Wissenschaften.
Seine biologische Systematik, die alle Pflanzen nach einer binären Nomenklatur ordnet, schuf dereinst ein wenig Klarheit und wird auch heute noch verwendet.
Er legte diesen Garten an seinem Wohnhaus an, den Botanischen Garten in Uppsala und richtete das naturhistorische Museum ein.
Hier eins der Pflanzenschilder.
Es zeigt den Namen und die Klasse , also 2 ,der Pflanze an.
Ich gestehe , trotz eingehender Beschäftigung mit der Materie in botanischen Gärten habe ich noch immer einige Zusammenhänge nicht ganz begriffen.

Die Beete in denen die Pflanzen nach ihren Gruppen geordnet sind


Ein rascher Rundgang durch Uppsala führte uns zu unserem Parkplatz zurück.


Da wir auch beim zweiten Anlauf und der Fahrt, ganz genau nach den Angaben im Führer ,den Campingplatz nicht gefunden haben, beschlossen wir gleich nach Stockholm (nur 60km entfernt) zu fahren.
Wir fanden den Campingplatz Bredäng nahe der Stadt und nahe der U-Bahnstation ganz schnell und konnten schon am nächsten Morgen ohne Parkplatzsorgen Stockholm durchforschen.
Man empfing uns würdig!!





Gamla Stan

Männer!

Hübsche Lokale


Geschäfte

Und endlich
das Wollgeschäft!!!!
Maria hatte natürlich "mein" Garn!

Den nächsten Tag beschlössen wir ganz dem Wasa Museum zu widmen.
Mit einerkleinen Fähre, die man einfach mit der U-Bahnkarte benutzen kann,
fuhren wir


auf die kleine grüne Insel Djurgarden, auf der auch das Tivoli der Vergnügungspark liegt.
Schon von Weitem sieht man die 3 Masten der Wasa aus dem Museum ragen.

Die Wasa ein rund 50 Meter hohes Kriegsschiff wurde von Gustav Adolf II. in Auftrag gegeben.
Es sollte den Feind , die Polen beeindrucken. Als der König erfuhr, dass auch die Polen an einem riesigen Kriegschiff bauten, ließ er noch mehr Kanonen als ursprünglich vorgesehen und berechnet waren an Bord schaffen.
Das Schiff ertrug diese Mehrbelastung nicht und sank bei seiner Jungfernfahrt im Jahre 1628 nahe bei Stockholm.
Ich hab einige Bilder nicht verkleinert um die Ausmaße dieses Schiffes besser zeigen zu können.
Bitte anklicken!

Bald begann man die Kanonen zu bergen, aber bald wurde es still um die Wasa.
1953 begann Anders Franzen ein Wrackforscher nach der Wasa zu suchen.
3 Jahre später hatte er das Schiff gefunden, das in unglaublich gutem Zustand war. Das brackige Wasser der Ostsee hatte dem Schiffsbohrwurm der sonst Wracks bald völlig zerstört, keine Lebensgrundlage geboten.
1957 war die Bergung abgeschloßen, der schwimmende Palast war gehoben.
Man baute rund um das Wrack ein Museum, rekonstruierte was zerstört war und kann so dieses unglaublich eindrucksvolle Schiff seinen Besuchern präsentieren.
Alle 6 Segel waren erhalten geblieben einige Masten und fast 14000 Holzobjekte.
Man kann das Schiff in einem riesigen dämmrigen Raum mit genau abgestimmter Luftfeuchtigkeit besuchen. Denn es muss aufwändig konserviert werden um nicht doch noch für immer zu zerfallen

3 Stockwerke hoch ist Museum
Hier ein Modell an dem man sehen kann wie das Schiff dereinst ausgesehn hat.
Das Schiff war bunt wie ein Christbaum in den Krieg gezogen, jede Planke reich verziert!

Anhand von Modellen kann man sehen, welch armseliges Leben die Matrosen führten.
Während die Kapitänskajüte prunkvoll ausgestattet war, schlief die Mannschaft einfach an Deck.
Nahe beim Bugspriet die beiden einzigen Toiletten die den 445 Männern zur Verfügung standen

Faszinierend die Figuren an den Seiten des Schiffes, sie sind lebensgroß, die Bemalung ist auf dem Schiffskörper nicht rekonstruriert worden.
Einige Schauobjekte wurden aber nachgebaut und originalgetreu bemalt um die Besucher zu informieren.
click to enlarge!


Dass wir uns von diesem einzigartigen Museum nur ungern trennten und am liebsten noch viele Stunden geblieben wären, kann man vielleicht anhand der Bilder erahnen.